Bodenstedt-Bleistift - Schlaraffia Castellum Peinenese

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Jk Hartwig (241) berichtet...
Quelle: PAZ vom 03.03.2021 - Seite 16
Peine: Bodenstedt-Bleistift hat eine neue Bleibe
Vor fünf Jahren musste der Bodenstedt-Bleistift den Peiner Herzberg verlassen und kam übergangsweise in den Kammerwiesen unter. Jetzt hat der Schmunzel-Hingucker bei den Peiner Schlaraffen eine neue Bleibe gefunden.
Peine
Fünf Jahre nachdem der Bodenstedt-Bleistift im Herzberg entfernt werden musste, haben die Mitglieder des Vereins „Schlaraffia Peine“ ihm eine endgültige Bleibe gegeben. Zeitweise war der übergroße Bleistift auf einem privaten Grundstück an den Kammerwiesen zu sehen, nun kann der mehr als vier Meter lange Bleistift mit der Inschrift „Bodenstedt war hier…“ an der Straße Am Bauhof 18 in Peine betrachtet werden.
Nachdem das Land-Art-Objekt seinerzeit mit „überzogenen und teilweise absurden städtischen Auflagen aus dem Herzberg raus-gegrault worden war“, wie Schlaraffia-Vorsitzender Jürgen Junge es formuliert, habe der Verein den in den Peiner Farben bemalten Bleistift in ihre Obhut genommen. Schlaraffe Hartwig Klußmann hatte dem Verein das Angebot gemacht. Zu sehen ist der grün-rote Stift jetzt an der Nordseite des „Castellum Peinense“, der Heimburg des Vereins.
Bleistift sollte nicht zu Kaminholz verarbeitet werden
„Friedrich von Bodenstedt war schließlich nicht nur gebürtiger Peiner, sondern bereits seit 1889 auch Ehrenbürger der Stadt“, so Junge. Die Peiner Schlaraffen würdigten sein literarisches Wirken mit dem Beinamen „Mirza Schaffy“ und ernannten Bodenstedt zum Ehrenschlaraffen. „Nach der Verbannung aus dem Herzberg war das ‚Castellum Peinense‘ für uns allemal die bessere Alternative als den Stift als Kaminholz zu verheizen“, so Junge mit einem Schmunzeln.
„Wer Weisheit übt, legt andern keinen Zwang auf“: dieser Bodenstedt’schen Weisheit sei die Verwaltung laut Klußmann nicht gefolgt. So hätte die GuB/FDP/Piraten-Fraktion 2016 die „Verkehrssicherheit“ des von ihr gespendeten Herzberg-Hinguckers nachweisen und die „Standfestigkeit“ des anderthalb Meter neben einem Weg stehenden Stiftes regelmäßig überprüfen müssen. Klußmann sagte als damaliger Fraktionschef: „Geradezu skurrile Qualität hatte die Forderung der Stadt, wonach die Fraktion die ‚zur Verfügung gestellte Fläche‘ unter dem Bleistift künftig hätte ‚pflegen und unterhalten‘ müssen.“ Diese Fläche im Herzberg betrug rund einen Quadratmeter.

23.05.2016
Stadt Peine
Peine
Wirbel um „Bodenstedt-Bleistift“ im Herzberg
Peine. Ärger gibt es wegen der Skulptur „Bodenstedt-Bleistift“ im Peiner Herzberg. Mit Enttäuschung reagiert die GuB/FDP/Piraten-Fraktion auf die Ablehnung ihres Änderungs-Antrages im Rat.
Tanja und Olaf Krohn, Hartwig Klußmann (rechts).
Die Fraktion habe den „Bodenstedt-Bleistift“ nämlich schenkweise in die Obhut der Stadt übergeben wollen, ohne einen „überzogenen Gestattungs-Vertrag“ zu unterschreiben.
Ratsherr und Fraktionschef Hartwig Klußmann (GuB) sagt: „Der von der Verwaltung vorgelegte sogenannte Gestattungs-Vertrag hätte uns überzogen und teilweise absurde Pflichten auferlegt, damit unser Land-Art-Objekt im Herzberg bleiben darf.“ So hätte er als Aufsteller der Stadt gegenüber schriftlich die „Verkehrssicherheit“ nachweisen und die „Standsicherheit“ künftig regelmäßig überprüfen müssen. Des Weiteren hätte er sich verpflichten müssen, die zur Verfügung gestellte Fläche auf eigene Kosten zu „pflegen und zu unterhalten“.
Mit dem Aufbürden der Pflege dieser Fläche widerspreche sich die Stadt im Übrigen selbst. So sähen die Rahmenbedingungen für die Aufstellung von Land-Art-Skulpturen ausdrücklich vor, dass die „ohnehin durchgeführte allgemeine Parkpflege“ bei der Stadt verbleibe.
Und die „Krönung der Großzügigkeit“ findet sich laut Klußmann in Paragraf 8 der zehn Paragrafen des vierseitigen Gestattungs-Vertrages. Dieser sichere nämlich zu, dass „ein Nutzungsentgelt nicht erhoben“ werde.
Der Ratsherr weiter: „Bereits im Oktober 2015 habe ich mich mit zwei weiteren Joggern von der Standhaftigkeit des Bleistifts überzeugt - statt des schriftlichen Nachweises der Standsicherheit erbringe ich diesen Nachweis nun erneut und dokumentiere ihn dieses Mal fotografisch.“ Die Stadt übersehe im Übrigen, dass der unterirdisch mit Beton beschwerte Bleistift bei Abgängigkeit des Stukens in anderthalb Meter Entfernung neben einem breiten Weg herabsinken würde. „Eine potenzielle Gefahr für Spaziergänger besteht somit nicht.“
Eigentlich, so Klußmann abschließend, habe er erwartet, dass die Stadt das von seiner Fraktion finanzierte Land-Art-Objekt in die Obhut der Stadtgärtnerei geben würde. Doch nun drohe das erste Land-Art-Projekt zu einer „Peiner-Bleistift-Posse“ zu werden.
tk
Stand 07.04.2021
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